Die Hauptaufgabe der Hefe bei der
Weinbereitung besteht in der Umwandlung von Zucker in Alkohol und CO2.
Dabei ist auf einen ausreichenden Nährstoffhaushalt im Most zu
achten. Während der Gärung nehmen die Hefezellen den assimilierbaren
Stickstoff, enthalten in Ammonium und Aminosäuren, aus dem Most auf.
Das häufigste Resultat von Stickstoffmangel ist das Auftreten von
Verbindungen wie H2S,
Merkaptanen sowie schwefelhaltigen Essigsäureestern, die sich im
Wein negativ auf die Sensorik auswirken. Zudem können Gärstockungen
bis hin zu Gärunterbrechungen die Folge sein.
Traubenmost enthält oft unzureichende
Mengen an assimilierbarem Stickstoff, so dass ein Zusatz an
stickstoffhaltigen Nährstoffen notwendig ist. Als Untergrenze gilt
ein NOPA- Wert von 150 mg/l. Es ist nicht ratsam, für alle Moste
eine pauschale Nährstoffgabe festzulegen, es sei denn, der Most
wurde zugekauft und der Zustand des Lesegutes war nicht bekannt.
Andernfalls sollte jeder Most in Hinblick auf den Nährstoffbedarf
getrennt beurteilt werden.
Belastetes Lesegut ist grundsätzlich
verarmt an Hefenährstoffen. Aber auch Trauben, die auf trockenen
Standorten wachsen oder aus gestressten Anlagen stammen, weisen in
der Regel geringe Stickstoffgehalte auf. Neben dem Zustand des
Lesegutes spielt auch die Rebsorte eine entscheidende Rolle. Während
Kerner, Riesling und Müller - Thurgau tendenziell niedrigere
Stickstoffwerte aufweisen, zeigen Silvaner sowie Grau- und
Weißburgunder höhere Werte. Neben den genannten weinbaulichen
Faktoren spielen auch önologische Maßnahmen eine entscheidende
Rolle. So sollte bei einer scharfen Mostvorklärung sowie einer
geplanten Kaltgärung <15 °C in jedem Fall eine Zugabe von
Hefenährstoffen erfolgen. Da zudem der Stickstoffbedarf des
eingesetzten Hefestammes sehr unterschiedlich sein kann, sollten Sie
bei der Auswahl in jedem Fall die Herstellerangaben beachten.
Bei Mosten mit geringer N- Versorgung
wird eine Dosage von 50 g/hl zum 1/3 der Gärung empfohlen, bei
stockendem Gärverlauf oder dem Auftreten von Böcksern sind weitere
Dosagen von 20 – 30 g/hl in die spätere Gärphase geboten. Die
gesetzlich festgelegte Höchstmenge von DAP liegt bei 1g/l. Oftmals
ist eine Zugabe von Diammoniumphosphat (DAP) zu einseitig, sodass
weitere Nährstoffergänzungen z.B. in Form von Hefezellwandpräparaten
(max. 40g/l) Anwendung finden müssen. Insbesondere bei Mosten aus
belastetem Lesegut ist davon auszugehen, dass neben dem Gehalt an
hefeverwertbarem Stickstoff auch der Thiamingehalt (Vitamin B1)
stark reduziert ist. Die Folge ist eine starke Erhöhung von
Acetaldehyd sowie weiteren SO2-
Bindungspartnern während der Gärung und damit ein erhöhter Bedarf an
schwefliger Säure. Die Zugabe des Thiamins ist auf max. 0.6 mg/l
begrenzt. Die Applikation kann direkt zum Most oder bereits in den
Hefeansatz erfolgen.
Als einfache Alternative zur
getrennten Anwendung der Nährstoffe empfehlen Ihnen die Deutschen
Weinanalytiker ihre bewährten Präparate ANAVITAL und ANAVITAL EXTRA,
die aus verschiedenen Komponenten bestehen und damit eine
ausgewogene Hefeernährung gewährleisten.
Lassen Sie sich beraten in Ihrem
Wein-Fachlaboratorium