Die Herstellung von Rotwein ist in jedem Jahr eine
Herausforderung, ins besondere wenn die allgemeine Reife der
Trauben nicht optimal ist. Zur Hemmung von Oxidationsenzymen wird
eine Schwefelung der Rotweinmaische (30 mg SO
2/l)
empfohlen. Die Schwefelmenge sollte nicht zu hoch sein, damit der
spätere BSA problemlos ablaufen kann. Auf eine rasche Angärung der
Rotweinmaische ist durch Zusatz von Reinzuchthefe zu achten.- Wir
empfehlen ANAFERM - Der Gärstart wird durch erhöhte Temperaturen
begünstigt. Falls keine Möglichkeiten zur Erwärmung vorhanden
sind, empfiehlt sich daher die Traubenlese in die zweite
Tageshälfte zu verlegen. Bei offener Maischegärung sind die Bütten
mit Folie (geschmacksneutral) abzudecken. Bei Vergärung in Bütten
hat sich die Isolation der Behältnisse mit Styroporplatten
bewährt. Auch die banale Erkenntnis, dass die Maische
kontinuierlich bewegt/gestoßen werden muss, kann die Qualität des
Rotweins deutlich steigern. In der An- und Endgärphase die Maische
1-2 mal pro Tag untertauchen, in der Hauptgärphase bis zu 10 mal
täglich. Achten Sie darauf, dass der Maischekuchen nicht
austrocknet!
Kräftige, gerbstoffbetonte Rotweine verlangen
einen biologischen Säureabbau. Handelsübliche Milchsäurebakterien
können gegen Gärende dem ungeschwefelten Jungwein/Maische
zugesetzt werden. Kontrollieren Sie vor der Einleitung des BSA den
Restzuckergehalt. Fragen Sie Ihren Weinanalytiker! Da
Milchsäurebakterien wesentlich sensibler als Trockenhefen sind,
wird empfohlen sich exakt an die Richtlinien der einzelnen
Hersteller zu halten. Der biologische Säureabbau muss ständig
überwacht werden. Bei frischen, fruchtigen Rotweintypen, die früh
vermarktet werden sollen, empfiehlt sich eine kürzere
Maischestandzeit. Bedenken Sie „Wer lange gärt, muss länger
lagern!“ Grundsätzlich sollten Sie bei der Rotweinbereitung auf
folgendes achten:
bevorzugt
Handlese
nur gesunde
vollreife Trauben verwenden (achten Sie auf die Kernausfärbung)!!
Trauben
entrappen
Saftentzug
max. 20% bei reifem Lesegut (wichtige Maßnahme für hochwertige RW)
der
Saftentzug kann für Weißherbst oder Rosewein genutzt werden
schnelle
Angärung mit spez. Rotweinhefen („verstärkte Tanninlösung und
Stabilisierung mit Hefekolloiden“). Es empfiehlt sich mittels
Vorlese (2-3 Tage) einen Hefeansatz zu erstellen.
Tanninzusatz
in Gärung (verbunden mit Remontage)
Anreicherung
auf der Maische sobald 2/3 natürlicher Zucker vergoren ist
(gestaffelte Anreicherung ist erlaubt, jedoch max. Alk.-Erhöhung =
28g/l))
erhöhte
Gärtemperaturen (28°C, in abklingende Gärung 32°C)
Abpressen
(nur kurze Presszeit erforderlich)
1. Tag später
von Trub abziehen
BSA einleiten
(Ausnutzung der Restwärme), vorher RZ-Kontrolle.
ev.
Tanninzusatz
erste
Schwefelung möglichst spät wegen Farbstabilisierung mit ca. 30-40
mg/l beim Spätburgunder (erfordert gesunde Weine und ständige
Überprüfung).
Bei niedrigen
Schwefelgehalten kann eine weitergehende Stabilisierung der Farbe
und Verbesserung des Geschmackseindrucks beim Rotwein erfolgen.
Hohe Schwefelgehalte unterbinden diesen Effekt.